Oceana zeigt neue Beweise, dass die Ostsee stirbt, ohne sofortige Schutzmassnahmen

Nie gesehene Bilder vom Meeresboden zeigen Gebiete, noch voller Leben und Biodiversität und andere, tot und zerstört wegen mangelder Schutzmaßnahmen und zerstörerischer Fischerei


9 Mai 2011
Kopenhagen
Contact:

Signe Damkjær (sdamkjaer@oceana.org)





Experten der Umweltschutzorganisation Oceana sind in Kopenhagen, um erste Erkenntnisse der Ostseeexpedition zu präsentieren.

Die internationale Meeresschutzorganisation Oceana veröffentlicht heute nie zuvor gesehene Bilder vom Grund der Ostsee, die die verheerenden Folgen von Überfischung, zerstörerischen Fangmethoden und der  Verschmutzung der Meeresumwelt zeigen. Die Organisation, die derzeit mit einem Team von Meeresbiologen, professionellen Tauchern, Unterwasser-Fotografen und einem Unterwasser-Roboter (ROV) eine Expedition zur Dokumentation des Zustands der Ostsee durchführt, fordert sofortige, effektive Schutzmaßnahmen.

Bilder, die den gefährlich schlechten Zustand des Meeres zeigen,  verdeutlichen, dass die Zerstörung der einzigartigen Ökosysteme durch Umweltverschmutzung, Überfischung und zerstörerische Praktiken, wie Grundschleppnetzfischerei und Baggerarbeiten gestoppt werden muss.

Einige der Bilder und Videos des ROV sind schockierend und alarmierend. Wir haben Bereiche gesehen, in denen alles Leben zerstört wurde, aber es gibt auch andere Gebiete mit einer einzigartigen biologischen Vielfalt. Diese Gebiete können geschützt werden und sich ausbreiten, wenn ein effektives Netzwerk von Meeresschutzgebieten eingerichtet und streng gemanagt würde“ sagt  Xavier Pastor, Direktor von Oceana Europa und Leiter der Expedition. Die Bilder vom Meeresboden machen klar, dass die Regierungen jetzt handeln müssen, wenn sie die Zerstörung der Ostsee stoppen wollen."

Oceana fordert ein effektives und strenges Management der Ostsee Ressourcen, einschließlich der Fischerei und den sofortigen Erlass von Schutzmaßnahmen in bereits ausgewiesenen Schutzgebieten. Heute sind etwa 12% der Fläche der Ostsee auf dem Papier als Meeresschutzgebiet deklariert aber das Management fehlt. Das bestehende Netz von Meeresschutzgebieten muss auf 20 bis 30 Prozent der Fläche der Ostsee vergrössert werden, um sicherzustellen, dass die funktionierenden Ökosysteme nicht auch noch zerstört werden. Oceana fordert außerdem ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei und die Einrichtung von Fischfangverbotszonen. Viele Studien zeigen, dass davon nicht nur die Ökosysteme profitieren, sondern auch die gewerbliche Fischerei, die dann mehr Fisch außerhalb der Meeresschutzgebiete fangen könnte.

"Die bedrohte Arten und Lebensräume der Ostsee müssen mit strengen Bewirtschaftungsmaßnahmen und einem sofortigen Verbot von zerstörerischen Aktivitäten, wie Grundschleppnetzfischerei und Sandabbauarbeiten geschützt werden. Die Ökosysteme der Ostsee müssen sich erholen, um den gesetzlich geforderten guten Umweltzustand bis 2020 zu erreichen.“ Sagt  Anne Schröer, Projektleiterin des Oceana Ostseeprojekts. "Unsere Erkenntnisse geben uns einen Einblick in das, was die Ostsee sein könnte wenn das Gleichgewicht und die Funktion der Ökosysteme wieder hergestellt werden sehen -. und wie schlimm es wird, wenn die Politiker in den baltischen Ländern nicht leben bis zu ihrer Verantwortung und Pflichten"

In den vergangenen vier Wochen hat Oceana eine Expedition in dänischen und schwedischen Gewässern durchgeführt, um die Artenvielfalt der Ostsee und die Bedrohungen für das Ökosystem zu dokumentieren. Das Team aus Wissenschaftlern, Tauchern und Fotografen hat viele bedrohte Arten und Wasserpflanzen  wie Seefedern, Muschel-Riffe und  Macrophyten dokumentiert, die wichtige Futterstellen und Brutstätten auch für kommerzelle, überfischte Fischarten wie Kabeljau (Gadus morhua), Wittling (Merlangius Merlangius) und mehrere Plattfische wie Kliesche (Limanda limanda) und Scholle (Pleuronectes platessa).

Die Oceana-Expedition an Bord des Schiffes "Hanse Explorer" wird noch bis zum 4. Juni 2011 fortgesetzt. Die endgültigen Ergebnisse, einschließlich politischer Empfehlungen und Vorschläge für neue Meeresschutzgebiete und Managementmassnahmen wird im Herbst veröffentlicht.

Oceana´s Baltic Sea Project (Englisch)